Neben der Dialyse gibt es eine weitere Form der Nierenersatztherapie: die Transplantation. In diesem Fall wird eine neue Niere in den Körper verpflanzt. Das fremde Organ wird einem Spender entnommen, zeitnah in der Beckenhöhle platziert und sowohl an den Blutkreislauf wie auch an die Blase angeschlossen, um wieder alle lebenswichtigen Funktionen im Körper übernehmen zu können. Bevor es soweit ist, sind umfassende Voruntersuchungen und Behandlungen notwendig. So können Risiken minimiert und gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Operation geschaffen werden. Der wichtigste Schritt ist die Bestimmung der Blutgruppe und des Gewebetyps. Beide müssen mit der des Empfängers weitgehend übereinstimmen bzw. zumindest ähnlich sein, denn jeder Mensch hat einen ihm eigenen Gewebetypus mit individuellen Merkmalen.

Der Hintergrund:

Ihr Körper betrachtet das eingepflanzte Organ zuerst als "Fremdkörper" und leitet wie auch zur Bekämpfung von Krankheitserregern eine Immunreaktion ein, die sich gegen das Transplantat richtet. Im ungünstigsten Fall wird die Niere abgestoßen. Eine erneute Transplantation ist danach aber wieder möglich. Je stärker die genetischen Eigenschaften von Spender und Empfänger miteinander harmonieren, desto eher akzeptiert der Körper die neue Niere als natürlichen Bestandteil. Zusätzlich müssen Sie zeitlebens spezielle Medikamente einnehmen, welche die Reaktion Ihres Immunsystems dämpfen und damit auch die Möglichkeit einer Abstoßung des Organs reduzieren. Der Nachteil ist jedoch, dass damit auch die  Fähigkeit eingeschränkt ist, Infektionen wie eine Erkältung oder Entzündungen abzuwehren. Gerade diese Bedingungen und ein großer Mangel an Organspenden führen dazu, dass es oft lange dauert, bis ein passender Spender für Patienten gefunden ist. Zusammen mit anderen Patienten stehen Sie auf einer neutralen, länderübergreifenden Warteliste (Eurotransplant). Die Wartezeiten werden mithilfe der Dialyse überbrückt.

Unsere Empfehlung:
Sollten Sie auf eine Spenderniere warten, versuchen Sie Ihr Leben nicht allein auf darauf zu beschränken. Gestalten Sie Ihren Alltag im Kreis Ihrer Familie aktiv. Es ist sehr wichtig, dass Sie für die Operation fit bleiben, also weiterhin im Rahmen Ihrer Möglichkeiten Sport treiben.?Wichtig ist auch, dass Sie jederzeit für die Transplantation bereit sind. Ist die Entscheidung dafür einmal gefallen, sollten Sie  alles für Ihren Krankenhausaufenthalt vorbereiten. Packen Sie eine Tasche mit den wichtigsten Utensilien (Checkliste) und schreiben Sie eine Adressliste, wer im Fall einer Operation informiert werden soll. Stellen Sie außerdem Ihre Medikamente zusammen.

Und vor allem: Seien Sie erreichbar. Oft passiert es ganz plötzlich und eine passende Niere ist für Sie gefunden. Dann muss es schnell gehen. Schaffen Sie sich ein Mobiltelefon an und hinterlassen Sie die Nummer in unserer Praxis.

Unser Team begleitet Sie in der gesamten Phase – auch nach der Transplantation. Haben Sie Fragen oder benötigen Sie Hilfe, dann kontaktieren Sie uns bitte jederzeit gern. Nutzen Sie auch die Angebote im Internet. Auf der Seite der Deutschen Stiftung Organtransplantation finden Sie viele interessante Informationen: www.dso.de